Stadtmeisterschaft Classic

Stadtmeisterschaft Classic 6. Runde (Freitag, 30.01.2026)

Drama im Spitzenspiel

Die 6. Runde der Stadtmeisterschaft Classic hatte wieder einiges zu bieten. Da die Führenden direkt aufeinander trafen, war die Runde auch für den Ausgang des Turniers enorm wichtig.

Thorsten Schrägle

Remy Heimers

0:1

Albert Rait

Sebastian Baur

½ -½

Hauke Berger

Jörg Schlenker

0:1

Tobias Lehr

Justin Kulm

0:1

Daniel Schuler

Armin Müller

0:1

Serhii Necheporenko

Hubert Rapp

0:1

Viktor Mischin

Sebastian Schuler

½ -½

Elena Buna

Adrian Prill

1:0

Dimitri Tschesnov

Spyridon Grapsas

1:0

Emil Mammadov

Gisbert Haller

1:0

Bernd Blanke

Walter Strobel

-+

Im Spitzenspiel zwischen Thorsten Schrägle und Remy Heimers opferte Heimers in der Russischen Verteidigung schon in der Eröffnung einen Bauern, für den er aber letztlich keine ausreichende Kompensation erhalten konnte. Thorsten wickelte souverän in ein Springerendspiel ab, wo er mit einem Mehrbauern technisch auf Gewinn stand. Allerdings hatte er fast seine gesamte Zeit verbraucht und lebte von seinem Inkrement von 30 Sekunden. Im 46. Zug hätte er mit dem Vordringen seines Freibauern auf die 7. Reihe eine Gewinnposition erreichen können, doch das hätte exakte Berechnung erfordert, für die keine Zeit verblieb. So ergriff Remy die Chance, seinen Springer gegen den Freibauern zu opfern und mit seinem König die restlichen drei Bauern zu attackieren und zu vernichten. Nun war die Partie remis, doch im 50. Zug stellte Thorsten mit einem groben Fehler seinen Springer ein und musste aufgeben. Damit hat Remy mit viel Glück die alleinige Führung im Turnier übernommen.

Dramatik gab es auch im Verfolgerduell zwischen Albert Rait und Sebastian Baur. Sebastian ergriff schon in der Eröffnung die Initiative und Albert musste sich seiner Haut erwehren. Nach knapp 40 Zügen stand ein gleichfarbiges Läuferendspiel auf dem Brett, das ziemlich ausgeglichen anmutete, in Wirklichkeit aber von Albert höchste Genauigkeit erforderte. Und in der Tat konnte Albert das Endspiel nicht halten, aber Sebastian ließ einen Übergang in ein sehr kompexes, aber theoretisch ausgeglichenes Damenendspiel zu. Auch hier kam es noch zu ein paar Fehlern auf beiden Seiten, letztlich rettete Albert sich durch Dauerschach ins Remis.

Auch die Paarung am 3. Brett zwischen Jörg Schlenker und Hauke Berger war voller Leben. Die Partie zeichnete sich durch geschlossene Bauernketten aus, hinter denen beide Spieler ihre Figuren in langen Sequenzen auf die bestmöglichen Felder zu manövrieren suchten. Schließlich gelang es Jörg im 78. Zug mit seiner Dame in Haukes Lager einzudringen und Vorteil zu erlangen. Doch nach 82….Lh5? hätte Hauke die Partie mit dem überraschenden 83.Dg1! drehen können, denn dann wäre Jörgs Dame plötzlich in großen Schwierigkeiten gewesen. Doch Hauke fand den schwierigen Zug nicht und musste bald die Waffen strecken.

Justin Kulm gewann gegen Tobias Lehr im 10. Zug einen Bauern und hatte dann wenig Mühe, die Partie zum Sieg zu führen.

Eine sehr spannende Partie lieferten sich Daniel Schuler und Armin Müller. Daniel opferte in einem Katalanen dauerhaft den seinen Bauern c4 und bekam dafür Kompensation. Mit 23.f6? vergab er eine gute Möglichkeit. Es lohnt sich, die möglichen Folgen nach dem besseren 23.Lxd5! anzuschauen. In dieser Variante hätte Daniel mit 27.Lf6!! ein phantastisches Turmopfer zur Verfügung gehabt, das bei bester Verteidigung in ein Dauerschach gemündet wäre. Aber erst nach 26.Tg4? war die Partie vorbei, denn Armin spielte natürlich nicht das kooperative 26…g5?, das Daniel ein zum Remis führendes Opfer ermöglicht hätte, sondern 26…g6!, wonach der weiße Angriff beendet war und Armin seinen Materialvorteil vewerten konnte

Serhii Necheporenko vergab gegen Hubert Rapp eine große Chance, denn nachdem Hubert mit 16…c6? den weißen Springer attackiert hatte, hätte Serhii den Angriff ignorieren können. Er versäumte es, seinen Entwicklungsvorsprung mit 17.Lc4! zur Geltung zu bringen. Danach wäre Huberts Stellung wegen des drohenden zweizügigen Matts nicht mehr zu halten gewesen. Stattdessen ging die Partie noch lange weiter. Als Hubert den Gewinnzug 48…Dh1! verpasst hatte, gab es für Serhii noch einmal die Chance, die Partie auszugleichen, doch er fand die rettenden Zugfolge 49.Td5! und 50.Dg5! nicht und musste dann bald die Waffen strecken.

Adrian Prill versäumte es gegen Elena Buna, mehr Kapital aus seinem schönen Läuferopfer auf h4 zu schlagen. Die Ironie der Geschichte bestand darin, dass letztlich Elena von der nun geöffneten h-Linie Gebrauch machen und Adrians König erlegen konnte.

In den restlichen Partien kam Emil Mammadov gegen Gisbert Haller zu seinem ersten Sieg. Dimitri Tschesnov nutzte gegen Spyridon Grapsas einen poitionellen Eröffnungsfehler und Victor Mischin und Sebastian Schuler trennten sich unspektatkulär remis.

Tabelle nach der 6. Runde

Punkte

Buchholz

1.

Remy Heimers

5,0

20,5

2.

Jörg Schlenker

4,5

20,5

 

Albert Rait

4,5

20,5

4.

Thorsten Schrägle

4,0

24,0

 

Sebastian Baur

4,0

18,0

 

Justin Kulm

4,0

22,0

 

Armin Müller

4,0

21,5

8.

Hubert Rapp

3,5

15,0

9.

Hauke Berger

3,0

19,5

 

Daniel Schuler

3,0

21,5

 

Tobias Lehr

3,0

17,0

 

Elena Buna

3,0

15,5

 

Sebastian Schuler

3,0

18,0

14.

Walter Strobel

2,5

17,5

 

Serhii Necheporenko

2,5

19,0

 

Viktor Mischin

2,5

19,0

 

Dimitri Tschesnov

2,5

12,5

18.

Adrian Prill

2,0

16,0

19.

Spyridon Grapsas

1,5

16,0

 

Bernd Blanke

1,5

12,5

 

Emil Mammadov

1,5

14,5

22.

Gisbert Haller

1,0

15,5

Stadtmeisterschaft Classic 2025/26 1. Runde

Ergebnisse der 1. Runde (10.10.2025)

Schlenker – Strobel 1:0
Buna – Schrägle ½: ½
Baur – Mischin ½: ½
Lehr – Heimers 0:1
Kulm – Necheporenko 1:0
Grapsas – Müller 0:1
Berger – Blanke 1:0
Tschesnov – Schuler, Daniel 0:1
Rapp – Mammadov ½: ½
Schuler, Seb. – Prill Do. 23.10.25 16:00 Uhr
spielfrei: Rait

21 Spieler nehmen an der diesjährigen Stadtmeisterschaft Classic teil. In der 1. Runde sind die Favoritenrollen in der Regel klar verteilt, weil dort die Teilnehmer aus der oberen DWZ-Hälfte auf die der unteren DWZ-Hälfte treffen. Doch diesmal gab es ein paar Überraschungen und es hätten sogar noch mehr sein können.

So erreichte Elena Buna gegen den letztjährigen Vizemeister Thorsten Schrägle ein verdientes Remis. Dasselbe Ergebnis gelang Victor Mischin gegen Sebastian Baur. Für Baur hätte es noch schlimmer kommen können, denn Mischin verpasste mit dem Springeropfer 15…Sxe5! eine Gewinnstellung und auch am Ende stand er klar besser. Auch Emil Mammadov konnte Hubert Rapp einen halben Punkt durch Dauerschach abknöpfen. Auch für Emil wäre sogar noch mehr drin gewesen, wenn er mit 24… Txd2! die Schwäche der weißen Grundreihe ausgenutzt hätte.

Es hätte nicht viel gefehlt, dass auch Spyridon Grapsas den Favoriten Armin Müller besiegt hätte. Spyridon hatte eine überlegene Stellung, verpasste aber mehrfach den Knock-out und musste sich im Endspiel schließlich doch noch geschlagen geben.

Ansonsten gab es aber Favoritensiege. Titelverteidiger Remy Heimers konnte sich genauso durchsetzen wie Jörg Schlenker, Justin Kulm, Hauke Berger und Daniel Schuler.

Die Partie Sebastian Schuler gegen Adrian Prill wird am Donnerstag, den 23.10.2025 nachgeholt. Dann wird die 2. Runde (Freitag, den 07.11.2015) ausgelost und veröffentlicht. 

Falls jemand an einem Termin verhindert ist, bitte rechtzeitige Meldung an mich (heimersrem@aol.com).

21 Spieler sorgen für eine schöne Atmosphäre in der 1. Runde der Stadtmeisterschaft Classic. Im Vordergrund links der vielfache Turniersieger Jörg Schlenker in seiner Partie gegen Walter Strobel. Am Brett dahinter Elena Buna bei ihrem überraschenden Remis gegen Thorsten Schrägle.
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